Am Ende meines Lebens möchte ich darauf zurückblicken und sagen
können:
"Ich habe dem Leben in seiner Vielfalt mehr genutzt als geschadet." (Mir
ist bewusst, dass ich in dieser Hinsicht noch einiges schuldig bin.)
Daraus leiten sich für mich verschiedene Motive, Handlungsweisen und Grundhaltungen ab:
1. Wertschätzung, Achtung und Respekt den Menschen und anderen Lebewesen gegenüber. Nach dem ersten Blick noch einmal schauen (re-spicere).
2. Systemische Demut: Sich in erster Linie als Teil eines übergreifenden Weltganzen zu begreifen und sich diesem verpflichtet fühlen.
3. Ablehnung von Intoleranz und Dogmatismus: Alles, was dogmatisch gesagt (geschrieben) wird, ist falsch gesagt. Und alles, was dogmatisch gehört (gelesen) wird, ist falsch gehört. Außerdem gilt: Jede Erkenntnis, die absolut gesetzt wird, kann nicht wahr sein und auch diese nicht und auch diese nicht.
4. Eine ethische Erkenntnistheorie sollte Priorität
haben vor einer der Suche nach Wahrheit verpflichteten
Erkenntnistheorie: Nicht, ob etwas wahr oder falsch ist, ist
entscheidend, sondern wofür etwas – eine
Erkenntnis, eine Haltung, eine Wirklichkeitskonstruktion, eine Handlung
etc. – gut ist.
(Stichwort: Konstruktivismus)
5. Wenn jemand eine hilfreiche Erkenntnis formuliert hat, sollte diese Erkenntnis ähnlich wie bei einem Gerichtsurteil ohne Ansehen der Person wahrgenommen werden: Nur weil eine sinnvolle und nützliche Erkenntnis von einem Menschen stammen mag, gegen den man Vorbehalte hat, wird sie ja nicht weniger hilfreich. Erkenntnisse sind über Personen erhaben und können von ihnen weder beeinträchtigt noch entwertet werden. – Auch wenn es schwerfällt, sollte der Inhaltsaspekt einer Botschaft Vorrang vor ihrem Beziehungsaspekt haben.
6. Respektlosigkeit gegenüber eigenen Überzeugungen und Wirklichkeitskonstruktionen und eine gesunde Skepsis gegen all das, was als unhinterfragbare, vorherrschende und allgemeingültige Wahrheit gilt. Wenn alle etwas für richtig oder selbstverständlich halten, ist der Zweifel am nötigsten.
7. Niemals heiligt der Zweck die Mittel, sondern: die Mittel müssen den Zweck heiligen, also mit ihm übereinstimmen. Aus dieser Erkenntnis leitet sich das Prinzip der Gewaltlosigkeit ab. Wie sagten die alten 68er: Fighting for peace is like fucking for virginity.
8. Um die Umwelt möglichst wenig
zu belasten, werden die von mir gedruckten Bücher auf Recycling-Papier
gedruckt. Zudem liefert eine Photovoltaik-Anlage den
entsprechenden Strom zu ihrer
Erzeugung. Zukünftig strebe ich an, mehr Energie aus regenerativen
Energiequellen zu gewinnen, als ich mit all meinen privaten und
beruflichen Aktivitäten benötige.