Kleine Mosaiksteine der Selbsthilfevon Klaus Mücke Bitte beachten sie, dass diese Mosaiksteine keinen Anspruch |
Freude als Dankbarkeit(22.04.2009)
Sich darüber zu freuen, dass einem das Leben geschenkt wurde, bedeutet dem Leben gegenüber seine Dankbarkeit auszudrücken. Mehr ist nicht not-wendig.
Schuld und Sühne(21.04.2009)
Es gibt Taten, die nicht wieder gut gemacht werden können. Die Schuld dafür kann deswegen nie ganz gesühnt werden. In einem solchen Fall wäre die Schuld in Würde zu tragen und als beständige Begleiterin zu begrüßen, die einen mahnt, etwas Gutes im Sinne der Erhaltung des Lebens zu tun.
Schlechtes Gewissen (18.02.2009)
Wenn Sie einem geliebten Menschen gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, weil Sie sich vielleicht in bestimmten Situationen, in denen es angemessen und richtig war, sich abzugrenzen oder "Nein" zu sagen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass Sie die Tendenz haben, dem anderen mehr treu zu sein als sich selbst. Wenn das der Fall ist, können Sie in einer derartigen Situation ein schlechtes Gewissen nicht vermeiden. Sie könnten ihm aber die Bedeutung geben, dass das schlechte Gewissen das Gefühl einer innigen Verbundenheit mit der geliebten Person widerspiegelt. Diese Bedeutungsgebung lässt sich sehr gut systemisch erklären, weil Menschen in der Regel nur in solchen Systemen , die ihnen etwas bedeuten und zu denen sie sich zugehörig fühlen, emotionale Bindungen entwickeln, denen sich ihr Gewissen verpflichtet fühlt.
Fazit: Wenn sich in diesem Zusammenhang ein schlechtes Gewissen meldet, könnten Sie es freundlich begrüßen und sagen: "Schön, dass Du da bist, weil Du mich an die enge Verbundenheit zu dem betreffenden Menschen erinnerst."
Sucht als Sehn-Sucht verstanden (18.02.2009)
Bei vielen Menschen, die Suchtprobleme haben oder hatten, findet sich eine große und ungestillte Sehnsucht nach dem Vater (eher bei Männern) oder der Mutter (eher bei Frauen), der/die vielleicht nicht so greifbar war, wie man das gebraucht hätte oder sich ersehnt hat. Wenn Sie das Gefühl (die Intuition) haben, dass das für Sie zutreffend ist, dann wäre es natürlich das Beste gewesen, wenn Sie die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Vaters bzw. Ihrer Mutter gespürt hätten. das war nun aber nicht so für Sie und in der Regel hilft es auch nicht, wenn Sie Ihrem Vater oder Ihrer Mutter einen Vorwurf machen und ihn oder sie zur Rede stellen. Das Zweitbeste wäre es, wenn Sie von einem geliebten Menschen die Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen. Leider oder zum Glück haben Sie darauf keinen unmittelbaren Einfluss, der dieses Verhalten eines anderen Menschen garantiert. Was Sie aber können, ist, sich selbst die Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, das mag vielleicht das Drittbeste sein, darauf haben Sie jedoch einen eindeutigen und direkten Einfluss. Und wenn sich bei Ihnen nun Suchtverlangen bemerkbar macht, könnte es Sie daran erinnern, liebevoll mit sich umzugehen, zu trauern, dass diese Sehnsucht, als sie ein Kind waren, unerfüllt blieb und sich innerlich zu trösten, indem Sie mit Ihrem inneren Kind in dem entsprechenden Alter annehmend und und liebevoll umgehen. Und dann könnten Sie mit etwas anderem beginnen, was Ihnen guttut.
Trauer als Trost (18.02.2009)
Es gibt einen spezifischen Gefühlszustand, der sich gleichzeitig hilfreich auf die Psyche auswirkt. Dabei handelt es sich um jene Form der Trauer aufgrund unerfüllter Sehnsüchte, die von einem "einfach" – was nicht immer leicht ist – nur zugelassen werden muss. Diese Trauer fühlt sich so an als würde sie etwas füllen, was vorher leer war. Sie wirkt tröstend und dabei stärkend.
Missbrauch (21.02.2009)
Menschen, die als Kind Missbrauchserfahrungen erlitten hatten, werden häufig von unbewusst bzw. unwillkürlich ablaufenden Verdrängungsprozessen vor diesen verletzenden und/oder eklig empfundenen Erinnerungen zu schützen gesucht. Aufgrund eines derartigen Verdrängungsprozesses besteht die Gefahr, dass sich solche Missbrauchserfahrungen bei den eigenen Kindern - besonders bei denjenigen, die einem am ähnlichsten sind - wiederholen. Wenn die Kinder dann vom Missbrauch berichten, wird das häufig verleugnet, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Zudem kann etwas ganz Eigenartiges stattfinden: Unbewusst wird der Missbrauch mit dem Kind identifiziert, das einem am ähnlichsten ist oder als ähnlich wahrgenommen wird. Dann empfindet man diesem Kind gegenüber Abwehr und mitunter sogar Ekel und muss es fern von sich halten; kann es vielleicht nicht in den Arm nehmen und nicht mit ihm kuscheln. Das Kind wird emotional im Stich gelassen, auch wenn es sich noch so sehr nach Liebe, Zuwendung und Nähe sehnt. Diese Identifikation des Kindes mit dem Missbrauch wird häufig erst dann bewusstseinsfähig, wenn die Tatsache des Missbrauchs nicht mehr verleugnet wird. Die Identifikation kann nun aufgelöst werden, wenn man sich selbst, Sicherheit und Schutz verschafft und sich den entsprechenden Trost schenkt. Nun kann das eigene Kind vor Missbrauch bewahrt werden und als liebebedürftiges und liebenswertes Wesen angenommen werden.
Umgang mit körperlichen Beschwerden (18.09.2009)
Manche Menschen, die unter psychosomatischen Symptomen leiden bzw. deren Organismus mit Krankheiten reagiert, haben die Tendenz gegen diese Symptome oder Krankheiten dadurch zu kämpfen, dass sie sie nicht wahrhaben wollen oder sie verfluchen und mit sich hadern, dass sie damit geschlagen seien, sich aber diese Schwäche nicht zugestehen, sondern sich weiter aufrecht halten und ihre Pflicht erfüllen. Wenn Sie ein derartiges Verhalten zeigen, wäre es hilfreich, sich vorzustellen, nicht sie, sondern ein schutzbedürftiges Kind hätte diese Beschwerden oder Krankheiten. Dann stellt sich die Frage, wie Sie mit diesem Kind nun umgehen würden. Würden Sie zu ihm sagen: "Stell Dich nicht so an und reiß Dich zusammen!" Oder würden Sie es liebevoll in den Arm nehmen und fragen, was es denn hat und was Sie für es tun können?
Ursachen oder Hinweise (22.02.2009)
In der Regel ist es nicht so entscheidend zu wissen, woher und aus welchen Gründen ein Symptom oder Problem entstanden ist, viel entscheidender ist es dafür, zu überlegen, auf was das Symptom oder Problem hinweist, so dass es sich verabschieden kann.

