Klaus Mücke Ökoysteme
Institut und Verlag

aktualisiert am 29.03.2009                   Besucher seit dem 23.02.2005: by Hochzeit-Silberhochzeit.de

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Aphorismen und Gedanken

Aus der Geschichte lernen
"Die Methode der historisch konstruktivistischen Kontextualisierung"
© Klaus Mücke 2009
Wenn bestimmte Phänomene der Gegenwart in einen anderen vergangenen gesellschaftshistorischen Kontext gestellt werden und hypothetisch gefragt wird, wie diese Phänomene in einem solchen Kontext wahrgenommen und bewertet würden, könnten daraus neue und lohnenswerte Erkenntnisse resultieren. Ähnliches gilt für bedeutende historische Persönlichkeiten, die hypothetisch zu bestimmten Phänomenen gefragt werden könnten.
Potsdam, den 29.03.2009
Klaus Mücke

 

Umgang mit sich selbst

Abwertung 2. Ordnung: "Ich werte mich ab, weil ich mich abgewertet habe."
Klaus Mücke

Wertschätzung 2. Ordnung: "Gut, dass ich mich abgewertet habe, weil mich das daran erinnert,
liebevoll mit mir umzugehen."
Klaus Mücke

Wer als menschlichen Schatz über eine erhöhte Sensibilität und Einfühlungsfähigkeit verfügt, benötigt auch einen angemessenen Schutz für ihn.
Klaus Mücke

Innenweltverschmutzung
Jeder Mensch bestimmt selbst darüber, ob er seine Innenwelt von anderen verschmutzen lässt oder nicht.

Klaus Mücke


Moral und Ethik in systemischer Perspektive

Systemisch ist das Gewissen nichts anderes als ein Sinnesorgan für die Werte, Ziele und Normen jener Gemeinschaften (Familie, Gruppen, Verbände, Parteien und anderer sozialen Systeme), zu denen man sich zugehörig fühlt.
Klaus Mücke

Moral ist immer kontextabhängig.
Klaus Mücke

Der Appell an das - fälschlicherweise als unbestechlich gedachtes - Gewissen von Abgeordneten ist unter systemischen Gesichtspunkten nichts anderes als der Appell an die Werte, Ziele und Normen der Zugehörigkeitssysteme der Abgeordneten. Das Gewissen ist demnach das Konglomerat der Werte, Ziele und Normen aller Interessengruppen, denen sich die Abgeordneten verpflichtet fühlen.
Klaus Mücke

Es gibt nichts Bestechlicheres als das menschliche Gewissen.
Klaus Mücke

*

Krankheit auf Rezept - mit System
Wenn die Finanzierung der Krankenkassen - von denen sich manche als Gesundheitskassen bezeichnen - von der Schwere der Diagnosen abhängig gemacht wird, muss man sich nicht wundern, wenn Krankenkassen Anreize für Ärzte schaffen, damit diese ihre Patient/inn/en zunächst in der Diagnosestellung"kränker" machen. So wie bei der Finanzkrise besteht die begründete Gefahr, dass sich das dann in der realen Welt materialisiert. Eine Diagnosestellung, die Menschen "kränker" beschreibt, kann sie in einem ganz wörtlich zu verstehenden Sinn tatsächlich auch kränker machen - mitunter mit letalen Folgen, besonders wenn man - aufgrund hoher Compliance - als Patient/in diese Diagnose übernimmt. 

Wir haben es so mit einem System zu tun, das Krankheit und nicht Gesundheit fördert. Daran wird  sich auch nichts Grundsätzliches ändern, wenn man diese absurden Regelungen als individuelle Fehlleistungen einzelner Ärzte anprangert.
Potsdam, den 28.01.2008
Klaus Mücke

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Gläserne Patient/inn/en

Wenn alle gesundheitsrelevanten Daten von Patient/inn/en auf ihrer Chipkarte gespeichert werden, kommt es zu einer Akkumulation von Krankheiten, die jeder Mensch von Geburt an im Leben gesammelt hat.  Zwangsläufig muss das dann dazu führen, dass nur noch Krankheit wahrgenommen wird und  Ärzt/inn/en sich mit ihren Patient/inn/en darüber wundern, dass sie noch am Leben sind.
Potsdam, den 28.01.2008
Klaus Mücke

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Enthusiasmus prädestiniert für Ent-täuschungen.
Potsdam, den 28.01.2008
Klaus Mücke

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Die emotionale Bindung an eine/n ehemalige/n Partner/in wirkt in manchen Fällen wie ein Keuschheitsgürtel.
Potsdam, den 28.01.2008
Klaus Mücke

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Jeder Kontakt vergiftet die Trennung
Wenn jemand sich einseitig aus einer Liebesbeziehung lösen möchte, gilt der Grundsatz: Jeder Kontakt vergiftet die Trennung. Kontakt entfacht die Hoffnung bei demjenigen, der verlassen wird, so dass die Enttäuschung sicher ist.
Potsdam, den 30.01.2008
Klaus Mücke

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Das Internet als janusköpfiges Wesen

Basisdemokratisches Potential

Das Internet ist ein janusköpfiges Wesen: Einerseits können sich hier Elemente einer basisdemokratischen Gesellschaftsformation durchsetzen, von denen noch vor Jahren geträumt wurde.  Jeder kann seine persönliche Sicht der Welt veröffentlichen und jede/r kann Zugang zu dieser Sicht erhalten. Hiermit kann jede/r Bürger/in  - wenn über die entsprechenden Voraussetzungen wie Bildung, Internetkompetenz und die entsprechende technische Ausstattung verfügt  wird - am öffentlichen Meinungsbildungsprozesse teilnehmen und ihn beeinflussen.

Das Ende der Privatsphäre oder der Mensch als veröffentlichtes Wesen

Andererseits geht mit ihm ein - anscheinend gesellschaftlich noch gar nicht ins Bewusstsein gedrungener - Wandel persönlicher Identitäten einher. Dieser Wandel führt tendenziell zur Auflösung der Privatsphäre, denn alles kann im Internet über die eigene Person verbreitet werden, selbst dann wenn man keine Berühmtheit ist. Jede Bewegung eines Menschen, die von anderen beobachtet wird, kann im Internet veröffentlicht werden, aber auch jedes Gerücht und jede Mitteilung, die als private Mitteilung per e-mail durchs Internet geschickt wird, kann ins Internet gestellt werden. Im Endeffekt führt diese Entwicklung im Extrem dazu, dass Menschen sich in ganz konkretem Sinne als gesellschaftliche - der Veröffentlichung preisgegebene - Wesen erfahren.
Potsdam, den 28.01.2008
Klaus Mücke

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Soziale Gerechtigkeit als ausgleichende Gerechtigkeit

Es ist eine der vornehmsten Aufgaben eines Staates, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. "Natürliche" - also gesellschaftshistorisch entstandene - Benachteiligungen aufgrund sozialer Herkunft und spezifischer sozioökonomischer, emotionaler und familialer Bedingungen hat er durch entsprechende korrigierende Eingriffe und Regularien wenn nicht zu beseitigen, so doch zu lindern, um in diesem Sinne einen größtmöglichen Ausgleich herbeizuführen und Chancengleichheit anzustreben.
Das Streben des Staates nach ausgleichender Gerechtigkeit erhöht nicht nur sein Ansehen, sondern gibt ihm einen wesentlichen Teil seiner Legitimation. Wenn der Staat, wie in den vergangenen Jahrzehnten diese Aufgabe insbesondere aufgrund neoliberaler und marktradikaler Ideologeme vernachlässigt und soziale Ungerechtigkeit noch verstärkt, gefährdet er genau diese Legitimation und schadet damit nicht nur seinen Bürger/inne/n, sondern sich selbst.
Klaus Mücke

Die Glücklichen und die Unglücklichen

Ein Unglück und ein Unrecht ziehen hinter der Regel ein anderes Unglück und ein anderes Unrecht nach (eskalierende Ungerechtigkeit).

Einige Beispiele: Ein Kind, das seine Eltern verloren hat, ist damit ja schon erheblich gestraft. Häufig folgen dann Lebensumstände (Heimaufenthalt, Lieblosigkeit). die das Unrecht noch potenzieren. (In den 1960er und 1970er Jahren waren viele Heime der alten Bundesrepublik nichts anderes als mittels Schwarzer Pädagogik und Misshandlungen geführte Arbeitslager.) Menschen, sie im Kriege ihr Hab und Gut verloren haben und flüchten mussten, werden in der Regel von der sie aufnehmenden Bevölkerung schlecht behandelt oder erfahren auch hier Gewalt.

Aus diesem Zusammenhang leitet sich die Pflicht  derjenigen ab, deren Umstände weit günstiger waren, für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen.

Häufig aber - so muss leider festgestellt werden - kümmern sich Aufsteiger/innen nur wenig um diejenigen, die sie zurücklassen.

Klaus Mücke


Wirtschaftskrise und Wachstumsfetischismus:

Artikel: Zeit und Geld - obwohl bereits aus dem Jahr 2004, doch so aktuell wie nie - hier klicken!


Der Wert eines Menschen im Neoliberalismus: Humankapital.
Klaus Mücke

Der Mensch und der freie Markt
'Ich kaufe, also bin ich.'
Wer nicht kauft bzw. kaufen kann, existiert nicht für den Markt. Und da der Markt vollkommen amoralisch und mitleidlos ist, lässt es ihn kalt, ob ein Mensch, der nicht am Marktgeschehen teilnehmen kann, existiert oder nicht.
Klaus Mücke
 
Arbeitslosigkeit
Wenn die Zahl offener Stellen auf dem Arbeitsmarkt nur einen Bruchteil der Menge an Arbeitslosen ausmacht, ist es blanker, menschenverachtender Zynismus zu behaupten, jeder, der eine Arbeit finden will, fände auch eine.
Klaus Mücke

So schnell wie einem Verschwörungstheorien unterstellt werden: Man könnte an eine Verschwörung glauben.
Klaus Mücke

Ökonomie und Astrologie
Die Prognosen der ökonomischen Wissenschaft könnten mit ähnlichen Trefferquoten ebensogut von der Astrologie erstellt werden.
Klaus Mücke

Eine kleine Rechnung zur Absurdität permanenten Wirtschaftswachstums
Übrigens habe ich mal nachgerechnet: Immer wird von den "Wirtschaftsexperten" darauf verwiesen, dass Wirtschaftswachstum unverzichtbar ist. 5 % müssten es schon sein. Manche haben zu Hoch-Zeiten des Neoliberalismus mit weit höheren Profitraten gerechnet.
Reell hat die Menschheit zum Glück in den letzten 2000 Jahren ein Wachstum von etwas mehr als 0,0 % erwirtschaftet.
Hätten wir nämlich ein konstantes Wachstum von 5 %, hätte uns dieses Wachstum schlicht und ergreifend umgebracht, was sich sehr schnell mit Hilfe des sogenannten Josefscents zeigen lässt. Josef will für Jesus einen Cent mit fünf Prozent verzinsen, macht nach 2000 Jahren: (1,05) hoch 2000 Ct, was folgenden Wert ergibt:
23.911.022.050.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 €
in Gold ausgedrückt wären das bei einem Goldpreis von 14.000 € pro kg
1.707.930.147.000.000.000.000.000.000.000.000.000 kg Gold,
teilt man diese Masse Gold durch die Erdmasse von
5,974 · 1024 kg erhält man 
28.589.389.800 Erdmassen.
Jetzt ist die Frage nur: Wo stapelt man das ganze Gold?
Bei drei Prozent ergibt sich noch immerhin ein Wert von
47.255.178.790.000.000.000.000.000 Cent = 472.551.787.900.000.000.000.000 €,
was ca 7,9 % der Erdmasse in Gold ausmacht. Das wäre auch nicht viel besser.
Klaus Mücke

Der Mensch als Fortsetzung der Wirtschaft
Der Mensch scheint für die Wirtschaft dazusein.
Er muss konsumieren, damit es der Wirtschaft gut geht.
Und was tut die Wirtschaft für den Menschen?
Klaus Mücke

Gewinnmaximierung als Ziel?
Die Ökonomen sagen: Das Ziel eines Unternehmens ist Gewinnmaximierung.
Eigenartig! Und ich dachte, das Ziel eines Unternehmens sei es in erster Linie,
hilfreiche und sinnvolle Produkte hervorzubringen. Wie naiv von mir!
Klaus Mücke

Schlechtbezahlte Arbeit
Wie kommt es eigentlich, dass die unangenehmsten Arbeiten am schlechtesten bezahlt werden?
Klaus Mücke

Lohnsklaverei und Zwangsarbeit
Wenn Menschen nicht mehr von ihrer Arbeit leben können, kann wohl kaum von gerechter oder angemessener Entlohnung gesprochen werden - stimmiger scheinen in diesem Zusammenhang die Begriffe "Lohnsklaverei" und "Zwangsarbeit".
Klaus Mücke


Nachhaltigkeit
Entweder der Mensch versteht es, 100%ig nachhaltig zu wirtschaften, oder es wird bald keine Menschen mehr geben.
Klaus Mücke


Schulden
Fast alle Staaten sind verschuldet. Die meisten Banken sind verschuldet. Praktisch alle Konzerne und mittelständischen Betriebe sind verschuldet. Privatpersonen sind ebenfalls verschuldet. Wie kann das sein? Stimmt irgendetwas nicht an unserem Wirtschaftssystem?
Klaus Mücke

"Die besondere Dynamik des kapitalistischen Wirtschaftssystems besteht darin, daß Geld und Zins miteinander verbunden sind. Rein mathematisch reißt der Zins die Menschen auseinander: diejenigen, die an der Armut zugrunde gehen, und diejenigen, die an der Zahlungsnot des Kreditnehmers immer reicher werden."
Eugen Drewermann, Theologe


"Jetzt endlich habe ich erkannt, daß der Zins die einzige wahre und wirkliche Ursache dafür ist, daß die Welt dem Wahnsinn des ewigen Wachstums verfallen ist."
Konrad Lorenz, öst. Verhaltens-forscher, Nobelpreis 1973

"Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen Welt, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom."

Kenneth Ewart Boulding, brit-amerikan. Ökonom 1966

"Ich glaube, daß wir in unserem Geldsystem eine Art karzinombildendes Element haben, das unsere Wirtschaft fort-während krank macht... Meiner Meinung nach kann dieses Geldsystem nur dadurch funktionieren, daß es immer wieder zusammenbricht und dann wieder von vorn begonnen wird. Diese Zusammenbrüche nennt man dann Kriege oder Wirtschaftskrisen oder Inflationen, je nachdem, aber das bedeu-tet eigentlich nur, daß dieses System in sich kein Regulativ hat, das zu eine vernünftigen Eindämmung führen würde.“
Michael Ende, dt. Autor (1992)


"Spekulanten mögen unschädlich sein als Seifenblasen auf einem steten Strom der Unternehmungslust. Aber die Lage wird ernsthaft, wenn die Unternehmungslust die Seifenblase auf einem Strudel der Spekulation wird."

John Maynard Keynes

Wenn die Börsenkurse fallen (1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne")
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
Kurt Tucholsky


Coaching für Führungskräfte
Wenn Mitarbeiter/innen nach einer Anweisung (einem Arbeitsauftrag oder Bemerkung) einer Führungskraft sagen: "Ja, aber ...", kann man das als Führungskraft - wie viele Coachs empfehlen - als "Nein, lassen Sie mich doch in Ruhe!" hören. Für denjenigen, der einen autoritären, Widerspruch nicht duldenden Führungsstil pflegen möchte, mag das gelten. Wer aber möchte, dass sich Mitarbeiter/innen mit dem Betrieb identifizieren können und sich als motivierende, kreative und selbstdenkende Kooperationspartner/innen zeigen, tut gut daran, das "Ja, aber ..." als ein "Ja, und ..." zu hören, also als Bereitschaft, das zu tun, was einem aufgetragen wurde, und gleichzeitig als Hinweis, auf bestimmte wichtige Gesichtspunkte dabei zu achten.
Klaus Mücke



Zum anthropozentrischen Prinzip
Wie kann ein denkendes, mit Selbst-Bewusstsein ausgestattetes Tier nur so dumm sein zu denken, alles sei nur da, damit es in der Welt sein könne? Und wie kann dieses anmaßende Tier denken, alles sei für ihn und zu seiner freien Verfügung in der Welt? Die Lösung wäre vielleicht: Systemische Demut - sich als unbedeutendes Teil der Welt, dem größeren Ganzen, zu verstehen und zu versuchen, einen bedeutenden (sinnvollen) Beitrag für das Weltganze zu liefern.  
Klaus Mücke


Die Sprache entlarven mittels ihres Gebrauchs
Nach Ludwig Wittgenstein gilt: "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache". Und man möchte ergänzen: Die Bedeutung eines Wortes erschließt sich erst in der konkret-erfahrenen Lebenspraxis.

Aus diesem Grunde erscheint es geboten, bestimmte WORTE UND BEGRIFFE, von Orwellschem Neusprech in Alltagssprache zurückzuübersetzen, um ihre eigentliche lebenspraktische Bedeutung wieder sichtbar zu machen:

Einige Beispiele:

Neusprech

Alltagssprache (lebenspraktische Bedeutung)

Humankapital

Der Mensch wird allein als zu verwertendes Kapital verstanden. Der Zweck eines Menschen wird darauf reduziert, Kapital zu generieren.

Fördern und Fordern

demütigen und schikanieren

Prekariat

Unterschicht; Niedriglohnemfänger; Lohnsklaven (Menschen, die keine Arbeit haben bzw. nicht von ihrer Arbeit leben können.)

bildungsferne Schichten

Menschen, die aufgrund ihrer sozialen (sprich: finanziellen) Stellung, von Bildungsangeboten ausgeschlossen sind.

Biodiesel (politisch etwas stimmiger: Agrartreibstoff)

Mörderdiesel (damit sollen nicht die Erzeuger beschrieben werden, sondern die Auswirkungen dieses so hergestellten Diesels):
"Grundnahrungsmittel wie Mais, Weizen, Zucker, Sojaöl, Palmöl und Rapsöl werden zunehmend zu Ethanol und Agrodiesel verarbeitet, um in Automotoren und Blockheizkraftwerken verfeuert zu werden. 2007 landeten weltweit 100 Millionen Tonnen Getreide im Tank statt im Magen, mit stark steigender Tendenz. Mit der gleichen Getreidemenge ließen sich etwa 500 Millionen Menschen während eines Jahres ernähren. Kleinbauern und Umweltaktivisten haben den Sprit vom Acker bereits vor Jahren „Todeskraftstoff“ getauft und sagten einen gnadenlosen Konkurrenz- und Verteilungskampf zwischen Tank und Teller voraus. Er hat bereits begonnen! Wichtige Grundnahrungsmittel werden als Folge des globalen Agrospritbooms knapp und die Preisspirale schraubt sich rasant in die Höhe. Lokal kam es schon zu Engpässen bei der Nahrungsmittelversorgung und viele Länder, von Argentinien über Indonesien bis China, beschränken den Getreideexport." (Rettet den Regenwald e.V. - www.regenwald.org )

sozial schwach

finanziell schlechtgestellt, verarmt



Gedanken zur Überwindung des Terrorismus

Mission accomplished:
Was könnten die Ziele gewesen sein, die mit den Terroranschlägen vom 11.09.2001 erreicht werden sollten?
Wenn damit bewusst bestimmte Ziele verfolgt wurden, dann vermutlich folgende:
1. Dem Ansehen der USA und ihrer Glaubwürdigkeit in der Welt zu schaden.
2. Die Demokratie zu schwächen.
3. Die Feindschaft zwischen der arabischen Welt und den USA anzuheizen.
4. Den USA finanziell und wirtschaftlich zu schaden.

Terroranschläge können jedoch niemals unmittelbar solche Ziele realisieren. Ob sie erreicht werden, hängt allein und ausschließlich von der Reaktion auf den Terror ab. Deswegen sollte alles unterlassen werden, was auch nur im mindesten dazu führen könnte, dass Terroristen ihre Ziele erreichen. Denn andernfalls wäre das eine Ermutigung für Terror.

Man möchte es lieber nicht glauben, doch die Reaktion der U.S.-Regierung unter George W. Bush auf den Terror hat genau dazu geführt, dass alle Ziele der Terroristen bzw. Ossama bin Ladens erreicht wurden. Vielleicht waren die Maßnahmen - so möchte man unterstellen - sogar gut gemeint, doch letztlich haben sie den USA so geschadet, wie kein Ossama bin Laden das je vermöcht hätte.

Jede/r weiß nun, dass der Krieg gegen den Irak mittels Betrug, Bestechung und einer entsprechenden Medienpropaganda initiiert wurde.
Aus der legitimen Bekämpfung des Terrors wurde der illegitime Krieg gegen den Terror, den Tausende unschuldiger Menschen mit ihrem Leben bezahlen mussten, was Trauer, Verzweiflung, Wut und Rache bei den Hinterbliebenen ausgelöst hat, und sicherlich einige dazu motivierte, sich dem Terror anzuschließen, um die Angehörigen zu rächen..
Durch die Einschränkung der bürgerlichen Rechte beispielsweise durch den "USA Patriot Act", durch die gesetzeswidrige Entführung und Inhaftierung von Menschen in Geheimgefängnisse oder nach Guantanamo und durch die offizielle Legitimation bestimmter Foltermethoden (wie z.B. dem Waterboarding) gibt sich der Staat selbst terroristische Möglichkeiten, diskreditiert sich selbst und unterminiert seine demokratische Verfassung.

Kurzum: Ossama bin Laden hätte sich für die Verwirklichung seiner Ziele keine geeignetere U.S.-Regierung und wohl keinen geeigneteren Präsidenten wünschen können und kann jetzt leider und erscheckenderweise triumphierend sagen: "Mission accomplished".
Klaus Mücke


Vermischtes


Eindeutigkeit und Ambivalenz

Ich bin eindeutig gegen Eindeutigkeit. Leben heißt Ambivalenz.
Klaus Mücke

*

Jede Erfahrung ist ein Schatz
Alle Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens sammeln, sind Teil unseres Erfahrungs-Schatzes - auch und insbesondere die schlechten.

Potsdam, den 28.01.2009
Klaus Mücke

*

 

Alternativlosigkeit
Die Aussage „Dazu gibt es keine Alternativen“ sollte alternativlos gestrichen werden.
Klaus Mücke

Niemals aufgeben!
Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.
N.N.

Meinungsfreiheit und Demokratie
Wenn die öffentliche Meinung als veröffentlichte Meinung von ein paar mächtigen Medienkonzernen gebildet wird, lässt sich schlecht von einer Mediendemokratie, noch von Meinungsvielfalt und im Grunde noch nicht einmal von Meinungsfreiheit sprechen. Wer das meiste Geld hat, bestimmt maßgeblich, was die Mehrheit denkt. Anders lässt sich der Siegeszug der neoliberalen Ideologie der letzten Jahrzehnte nicht erklären.
Klaus Mücke   

Zur Diffamierung eines Begriffs, der früher Weltverbesserer hieß
Wenn es schlecht ist, ein Gutmensch zu sein, 
ist es gut ein Schlechtmensch zu sein.

Dann ist der Schlechtmensch in Wirklichkeit ein Gutmensch,
womit es schlecht ist, ein Schlechtmensch zu sein.
Klaus Mücke


Wenn Sie etwas hören/lesen, was ich nicht gesagt/geschrieben habe, und wenn das, was Sie gehört/gelesen haben, hilfreich war, dann habe ich das gesagt/geschrieben, weil Sie es ja gehört/gelesen haben.Wenn Sie etwas hören/lesen, was ich nicht gesagt/geschrieben habe, und wenn das, was Sie gehört/gelesen haben, nicht hilfreich oder sogar schädlich war, dann habe ich das nicht gesagt/geschrieben, auch wenn Sie es gehört/gelesen haben sollten.
Klaus Mücke


Was stärkt und was schwächt?
Handlungsleitend in der Psychotherapie sollte die Frage sein: Was wirkt stärkend und was wirkt schwächend.
Klaus Mücke


Integration "psychisch Kranker"?
Die Integration von Menschen, die als chronisch psychisch krank bezeichnet werden, ist ein Widerspruch in sich, weil jemand solange er als chronisch psychisch krank bezeichnet wird, immer ausgegrenzt bleibt.
Klaus Mücke

Repressive Toleranz
Niemals sollte Toleranz so weit gehen, Intoleranz zu dulden.
Klaus Mücke


Genialität
Zwei Genies kommen dann nicht miteinander aus, wenn sie vom jeweils anderen erwarten, als Genie anerkannt zu werden. Da hilft dann auch keine Genialität mehr.
Klaus Mücke


Willst Du eine glückliches Leben führen, verbinde es mit einem Ziel.
Albert Einstein

Leider keine Befreiung
Leider handelte es sich bei dem 8. Mai 1945 um keine Befreiung Deutschlands durch die Alliierten; denn dazu hätte es eines Volkes bedurft, das hätte befreit werden wollen. Und auch ist mir nichts davon bekannt geworden, dass es sich bei Adolf Hitler um ein 10.000 Meter großes und Millionen Tonnen schweres Monstrum gehandelt hätte, das mit seinen bloßen Händen auf einen Schlag tausende von Menschen hätte umbringen können und dem die deutsche Bevölkerung vollkommen ausgeliefert gewesen sei.
Klaus Mücke

Sein und Zeit
Nicht das Leben hat sich nach der Zeit zu richten, sondern die Zeit nach dem Leben!

Klaus Mücke

Gutmütigkeit ist zu schützen
Gutmütigkeit sollte durch eine klare und eindeutige Grenzziehung geschützt werden.
Klaus Mücke


Schreiben und Erkenntnis, wissenschaftliches Arbeiten als Dichtung
Beim Schreiben sollte man den Anspruch haben, dass in jedem Satz eine Erkenntnis lauert. Eine wissenschaftliche Arbeit sollte wie ein Gedicht Erfahrungen und Erkenntnisse „verdichten“.
Klaus Mücke

Schreiben und Dogma
Nichts, was ich schreibe, ist apodiktisch (dogmatisch) gemeint – auch dieser Satz nicht. Leider kann ich niemanden daran hindern, das von mir Geschriebene dogmatisch zu lesen.
Klaus Mücke

Man kann die Welt nur verändern, indem man sich die Menschen so zurechtliebt, wie man sie gerne hätte.
Juppy (Hans-Josef Becher, Ufa-Fabrik, Tempelhof)


Verständlichkeit von Gedanken
Entweder bestechen Gedanken wegen ihrer Klarheit und Verständlichkeit oder sie sind wertlos.
Klaus Mücke

Die Welt anhalten
„Gemach, gemach“ möchte man der Menschheit zurufen. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird von den Menschen so forciert (er schreitet nicht voran), dass wegen seiner sich beschleunigenden Geschwindigkeit eine Folgenabschätzung kaum mehr möglich scheint. Es wäre geboten für eine Weile die „Welt anhalten“.
Klaus Mücke



Verantwortungs- und Schuldfähigkeit
Verantwortungs- und Schuldfähigkeit sollte nicht nur zugesprochen werden, sondern für eine Tat (Handlung, Unterlassung) unter welchen Umständen und in welcher psychischen und geistigen Verfassung auch immer zugemutet werden.
Klaus Mücke


Genialität unbewusster Prozesse
Selbst wenn einem ein Mensch als debil erscheint, kann und sollte man davon ausgehen, dass sein Unbewusstes genial ist und dementsprechend agiert.
Klaus Mücke

Katzendreck als Verkaufsschlager
Wenn bloß die Werbung gut genug ist, wird sogar Katzendreck zum Verkaufsschlager.
Klaus Mücke


Mit nichts zu vergleichen
Etwas, das mit nichts zu vergleichen ist, wird immer noch mit dem Nichts verglichen.
Potsdam, den 10.02.2009
Klaus Mücke


Aufmerksamkeitsfokussierung und Erfolg
Je stärker du die Aufmerksamkeit auf das fokussiert, was dir nicht gelungen ist, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit weiteren Misserfolgs. Und: Je stärker du die Aufmerksamkeit auf das fokussierst, was dir gelungen ist, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit weiteren Erfolgs.

Klaus Mücke

Höhen und Tiefen
Je tiefer ein Mensch fallen kann, umso größere Höhen kann er auch erreichen.
Klaus Mücke


Modernisierung
Modernisierung heißt im Zeitalter der neoliberalen Globalisierung nichts anderes als „zurück in den Frühkapitalismus.
Klaus Mücke

Populismus
Wer andere als Populisten beschimpft, geht davon aus, dass das Volk dumm ist und immer im Unrecht.
Klaus Mücke


Abschied
Nur ein schwerer Abschied ist ein guter Abschied.
Klaus Mücke


Entlassung von Mitarbeiter/inne/n
Wenn Mitarbeiter/innen entlassen werden müssen, sollten sich die Entscheider das so schwer wie möglich machen. Wenn die Mitarbeiter/innen nach der Entlassung noch immer der Firma (dem Betrieb, der Gesellschaft oder dem Konzern) loyal gegenüber eingestellt sind, weiß man, dass sich die Mitarbeiter/innen ausreichend gewürdigt erleben. Wenn das nicht der Fall ist, hat man etwas falsch gemacht.
Klaus Mücke

Treue
Doch eine Treue bleibt einem immer: Das ist die Treue zu einem selbst.
Klaus Mücke


Ethische Erkenntnistheorie
Eine ethische Erkenntnistheorie ist not-wendig. Bei ihr kann es nicht um Wahrheit gehen, sondern um „Güte“, also um die Frage: „Wofür war, ist bzw. wird etwas gut sein?“
Klaus Mücke


Durchsetzung ethischer Prinzipien (Ethik 2. Ordnung)
Jemanden – auf welche Weise auch immer – zu zwingen, ethische Prinzipien anzunehmen, ist unmoralisch.
Klaus Mücke

 









 

Auf dieser Seite finden sich Gedanken und Anregungen zu aktuellen Themen und Erkenntnisse und Ideen, die mir hilfreich erscheinen und kürzlich (wieder) eingefallen sind (siehe Selbstverständnis).


Demokratie findet woanders statt
Heute berichteten mehrere Tageszeitungen, dass das Volksbegehren gegen die "Aufschließung" weiterer Tagebaureviere (also gegen das Wegbaggern dreier Dörfer und grüner Landschaften) gescheitert sei, weil nur 25.168 gültige Unterschriften zusammengekommen seien (80.000 Unterschriften hätten für ein Volksbegehren erreicht werden müssen).
    Nach einer von greenpeace in Auftrag gegebenen und von emnid durchgeführten Umfrage sind allerdings rund 70 % aller Brandenburger gegen eine solche widersinnige Zerstörung der Landschaften, die den zukünftigen CO2-Ausstoß erhöht. 
    Als ich erfahren habe, dass ich in das zuständiges Meldeamt gehen muss, um meine Unterschrift zu leisten, war mir eigentlich schon klar, dass unter solchen Bedingungen, die sicherlich nicht nur mir eine Stunde meiner Lebenszeit gestohlen haben, kaum ein Volksbegehren eine Chance hat.
    Wenn der amtierende SPD-Ministerpräsident von Brandenburg Matthias Platzeck das Scheitern dieses Volksbegehrens als "Unterstützung für die Energiepolitik der Landesregierung" missdeutet, frage ich mich, welches Demokratieverständnis hinter einer solchen Aussage steckt.
    Mich erinnert dieses Vorgehen an den grandiosen Beginn von "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams - Zur Erinnerung: Der Antiheld des Romans, Arthur Dent, wacht eines Morgens auf und stellt fest, dass sein Haus weggebaggert werden soll, um einer Umgehungsstraße zu weichen. Ihm wurde mitgeteilt, dass diese Pläne schon seit neun Monaten im zuständigen Planungsbüro bzw. im unbeleuchteten Keller desselben auslagen, wovon ihm aber niemand etwas zuvor mitgeteilt hatte.
    Zu allem Überfluss erhält Arthur Dent wenig später die Nachricht vom Galaktischen Hyperraum-Planungsrat der Vogonen, einer außerirdischen Zivilisation, dass die Erde einer Hyperraum-Expressroute Platz machen müsse und deswegen gesprengt werde. Als sich daraufhin Panik bei den Erdenbewohner/ inne/n einstellt, stellen die Vogonen lakonisch fest: "Es gibt überhaupt keinen Grund, dermaßen überrascht zu tun. Alle Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen haben fünfzig Ihrer Erdenjahre lang in Ihrem zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen. Sie hatten also viel Zeit, formell Beschwerde einzulegen, aber jetzt ist es viel zu spät, so ein Gewese darum zu machen" (Adams 1981, S. 37f).
   
Da kann ich jetzt nur der Landesregierung den Tipp geben, bei der nächsten Sammlung von Unterschriften für ein Volksbegehren die Unterschriftenlisten auf der ISS unterschreiben zu lassen.
Potsdam, 11.02.2009
Klaus Mücke